Bad Harzburg

Um den Haushalt zu retten, soll die Stadt nachts finster bleiben

22.02.2012
Von Holger Schlegel

Um den Haushalt zu retten, soll die Stadt nachts finster bleiben

Noch sind die Bad Harzburger Nächte vergleichsweise hell. Wenn es nach dem Vorschlag der Stadtverwaltung geht, könnte sich das aber schon bald ändern, wenn von 0 bis 5 Uhr das Licht ausgeschaltet wird. Damit könnte man 75.000 Euro sparen. Foto: Schlegel

BAD HARZBURG. Das eigentlich utopische Ziel ist erreicht: Bürgermeister Ralf Abrahms hat dem Rat als Diskussionsgrundlage einen Haushaltsplanentwurf auf die Tische gelegt, der ausgeglichen ist, in dem also kein Loch klafft.

Utopisch schien dieses Vorhaben aus der Tatsache heraus, das Bad Harzburg erstmals seinen Etat „doppisch“ aufstellen musste, also auch die Wertverluste nicht nur anzugeben, sondern auch auszugleichen sind.

Es sollen quasi alle kommunalen Steuern erhöht werden. Auch sollen nachts die Straßenlaternen abgeschaltet werden. Nun wird sich die Politik auf die Suche machen müssen, wo alternativ gespart werden kann, falls das eine oder andere wieder aus dem Gesamtpaket der Verwaltung herausgelöst werden soll. Zum ersten Mal wird der Haushalt am Dienstag um 17.30 Uhr im Finanzausschuss öffentlich behandelt. Getagt wird im Ratssaal.

Gedruckte GZ: Wo noch überall gespart werden soll und was die Kommunalpolitiker dazu sagen, lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe.

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Kommentare

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Jan Ole Hartmann schrieb am 22.02.2012 20:17

Straßenbeleuchtung ist ne ganz unglückliche Idee. Vienenburg hat das probiert und ist wieder zurück gerudert. Anderen Städten geht es ähnlich. Jede zweite Lampe finde ich okay, aber komplett dunkel...?

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Marco Schuster schrieb am 22.02.2012 20:54

Hurra ; was bleibt dem Bürger bei der Erhöhung der kommunalen Steuern für eine Wahl ? Keine ! Was bleibt dem Gewerbetreibenden bei der Erhöhung der Gewerbesteuer für eine Wahl ? Er geht !! Natürlich ist ein ausgeglichener Haushalt das Bestreben jeder "Regierung" , aber man darf den Bogen auch nicht überspannen. Bad Harzburg hat sich in den letzten Jahren viel geleistet , was nun teils enorme Folgekosten nach sich zieht. Nicht immer war es der Bürgerwille, wenn Geld ausgegeben wurde. Einen Gewerbesteuersatz > 400 ist inakzeptabel und wird zu weiteren Verlagerungen in andere Städte / Landkreise / Bundesländer führen. Vor allem, wenn es für die Gewerbesteuer nicht viel Gegenwert für das Gewerbe gibt.

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charlotte beddies schrieb am 22.02.2012 21:37

Sie sollten mal eine Umfrage machen ob die Bürger es gut finden würden wenn in der Stadt das Licht aus gemacht wird denn dann könnten sich die Bürger nicht mehr sicher auf der Straße bewegen und müssen dann befürchten das Sie vielleicht überfallen werden und das finden die Bürger Garantiert nicht mehr Witzig Sie sollten mal wo anders sparen und nicht den Bürgern das Licht weg nehmen was würden Sie denn sagen wenn bei Ihnen das Licht aus geht Ich glaube Sie finden es dann bestimmt auch nicht mehr witzig c.b.

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Rainer Wittmann schrieb am 22.02.2012 21:51

Wenn man Nachts um 22 Uhr in den Nebenstraßen die Lichter ausmacht - bei uns geschieht das schon lange -, dann halte ich das für sinnvoll. Nicht nur wegen der Geld- sondern auch wegen der Energieeinsparungen. Durch die Stillegung der AKWs geht insbesondere im Grundlastbereich eine Menge Kraftwerkskapazität verloren. Was die Steuererhöhungen angeht, bin ich hier - ausnahmsweise - mit Herrn Schuster einer Meinung. Die Harzburger Blutsauger sind sehr geschickt vorgegangen, indem sie erst mal die anderen Gemeinden bei der Nach-den-Wahlen-Steuererhöhungswelle vorangehen haben lassen. Sie können jetzt sogar sagen, daß Harzburg verglichen z.B. mit CLZ regelrecht eine Steueroase ist - auch nach den Erhöhungen.

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anke ardic schrieb am 22.02.2012 23:44

..also ich find es nicht gut ..ich würde mich sehr unwohl fühlen, müsste ich durch dunkle straßen gehen ..das geht gewiss vielen frauen und ältere personen so (okay, auch männer ;o)) ..jede zweite wäre noch eine überlegung wert aber nicht alle lichter ..abgelehnt !

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Martina Koch schrieb am 23.02.2012 10:21

Herr Wittmann, wenn wir Strom sparen müssen in Deutschland, dann schalten wir doch am Besten erstmal unsinnige Dinge ab, wie die Beheizung der Bundesliga Fussball Rasen und nehmen nicht den Menschen Nachts das Gefühl der Sicherheit. Bei uns wird jeden Abend auch ab 22 Uhr jede zweite Lampe ausgeschaltet, was es schon extrem Dunkel und unbehaglich macht, die Idee eine Stadt komplett Dunkel zu schalten spottet beim Gedanken daran imho schon jeder Beschreibung. Machen wir doch den Einbrechern und anderen kriminellen Gesellen noch einen Schlüsselkasten an den Anfang jeder Strasse.

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Volker Armin Hemmann schrieb am 23.02.2012 19:01

Kriminelles Gesindel läßt sich durch ein paar Funzeln auch nicht abhalten. Hell erleuchtete Straßen sind vor allem ein Wohlfühlfaktor, mehr nicht. Es gibt bessere Dinge, um sie abzuhalten. Ein selbstbewußtes Auftreten. Intelligentes Verhalten.

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Rainer Wittmann schrieb am 23.02.2012 20:18

Das würde ich auch sagen. So ein Licht erzeugt bestenfalls ein Gefühl der Sicherheit, mehr aber auch nicht. Im Gegenteil, ohne Licht könnten Kriminelle ihre Opfer gar nicht erspähen. Sicherlich, 75000€ Einsparung sind gerade mal eine mittlere Stelle im öffentlichen Dienst und dort besteht sicherlich das mit Abstand größte Einsparungspotential, aber wer den Pfennig nicht ehrt ist des Talers nicht. Außerdem, wenn man bundesweit eine intelligentere Straßenbeleuchtung hätte, dann käme da schon einiges zusammen. Kleinvieh macht auch Mist. Im Zuge der Umstellung auf LED-Licht sollte man auch Sensoren installieren, die das Licht nur dann anschalten, wenn es benötigt wird.

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Rainer Wittmann schrieb am 23.02.2012 20:23

Kaum ein Mensch würde auf eigene Rechnung so verschwenderisch mit Licht umgehen, wie er es hier von der Stadt fordert. Auch das Argument, daß es anderswo noch mehr Verschwendung gäbe, ist eine der wichtigsten Säulen des Prinzips der maximal möglichen Verschwendung, das unsere öffentliche Haushalte beherrscht.

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Sven Jensen schrieb am 23.02.2012 23:59

Es soll tatsächlich Menschen geben, die nicht um 17.00 vorm TV sitzen und um 21.00 ins Bett gehen! Wer schonmal durch eine Stadt (Vienenburg) laufen mußte, in der Nachts keine einzige Lampe brennt, der redet sicher nicht mehr davon Nachts das Licht abzuschalten! Das ganze ist auch eine Frage der Sicherheit! Einbrüche/Überfälle hinten an gestellt, wer haftet wenn sich jemand auf einer Öffentlichen Straße die Knochen bricht, weil er die Hand vor Augen nicht sieht? In meinen Augen ist das der falsche Ansatz Geld zu sparen.......

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Sabine Bothe schrieb am 24.02.2012 00:20

Kriminelle lassen sich mit Sicherheit von Straßenbeleuchtungen nicht abhalten. Sonst würde es wohl kaum Ladendiebstähle geben, da es dort immer gut beleuchtet ist. Nur gibt es auch andere Sicherheiten, welche in einer Rentnerstadt wie Bad Harzburg allerdings nicht so wichtig sein dürften: Die Sturzgefahr, wenn man nicht sieht, in welche Unebenheit man reintritt. Es gibt in Harzburg aber nur noch wenige Bürger, die arbeiten (z. B. Pflegekräfte, Altenpfleger, Krankenschwestern etc.) und warum sollte man denen den Heimweg beleuchten?

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Michael Knigge schrieb am 24.02.2012 11:33

Das Thema Licht ist keines der Sicherheit oder des Wohlfühlens. Licht ist Leben! Der Mensch nimmt 80% der Sinneseindrücke durch die Augen wahr. Eine erleuchtete Stadt lädt zum Bummeln und Spazieren ein. Eine dunkle Stadt ist tot. Was wir in Deutschland tun, ist unseren eigenen städtischen Tod, die totale Ödnis hervor zu rufen. Deshalb bin ich durchaus in diesem Fall für Verschwendung! Aber wir können uns ja auf Vernunft zurückziehen, menschliche Bedürfnisse ausser Acht lassen und uns mit der Sonne ins Bettchen begeben.

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Oliver Bessler schrieb am 24.02.2012 17:02

Also,ich finde okay mit Dunkel . Nur Freitags und Samstag könnte in der Nacht Licht brennen lassen.Da laufen mehr Nachtschwärmer........... Lieber in der Nacht dunkel lassen als 5 Saisonskräfte einzusparen. Die Stadt soll sauber und Ordnung sein,besonders öffentlichen Anlagen !

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Volker Armin Hemmann schrieb am 25.02.2012 11:56

Michael Knigge, genau! 80% und so - wo immer sie das auch herhaben. Der Mensch BRAUCHT Dunkelheit. Genauso wie die Tier und Pflanzenwelt Dunkelheit BRAUCHT. Fragen sie mal Wildbiologen oder Astronomen - oder Schlafexperten. Und fragen sie sich selbst, wie oft sie um 1Uhr auf die Idee kommen, nochmal einen Bummel zu machen. Na, seien wir fair - 23Uhr. Und dafür Dauerbeleuchtung? Nun zu Frau Bothe, ich empfehle ihnen eine Taschenlampe. Eine auf LED Basis. Die können sie mit kleinen, leichten Knopfbatterien bestücken, hält ewig und leuchtet die Straße vor ihnen weitaus besser aus als jede Straßenlaterne.

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