Bad Harzburg

Eine Stadt und ihre Gäste feiern bei bestem Wetter

22.08.2010
Von Holger Schlegel

Eine Stadt und ihre Gäste feiern bei bestem Wetter

BAD HARZBURG. Ganz nüchtern betrachtet war das Salz- und Lichterfest 2010 ein großer Erfolg. Bestes Wetter, beste Besucherzahlen. Aber nicht jeder mag eine solche Veranstaltung nur nüchtern bilanzieren. Ein wenig hängt der Harzburger ja auch mit dem Herz an seinem Fest.

Die einfache Faustformel, die Olaf Bewersdorf vom veranstaltenden Stadtmarketing und Festorganisator Maik Herrmann von der Agentur Herrman-Event immer für das Gelingen des Festes haben, lautet: „Zu 90 Prozent hängt alles vom Wetter ab.“ Und die 90 Prozent hatte man in diesem Jahr sicher in der Tasche. Außerdem stimmte alles und gab es auch viel, was man für ein ordentliches Stadtfest haben muss.

Abgesehen vom Wetter ist das natürlich in erster Linie viel Musik, ordentlich was zu trinken, zu essen und zu gucken. Und was die optischen Programmpunkte anbelangt, hat das dreitägige Bad Harzburger Fest ja besonders am Samstagabend immer seinen berühmten „Glanz der 100.000 Lichter“. Dazu spielte die Musik auf bis zu sieben Bühnen und die Stadt war vollgestopft mit Buden. Von der Bratwurst bis zum Gurkenhobel konnte man für Geld fast alles kaufen.

Am Samstagabend, der „Hauptkampfzeit“, füllte sich die Stadt wieder ordentlich, angesichts der hochsommerlichen Temperaturen allerdings erst deutlich später als sonst. Aber irgendwann war es, wie es die Veranstalter gerne sehen: eng und voll. Auch am Sonntag blieb’s beim guten Wetter und so hatte das Fest einen warmen, trockenen Schluss.

Und, wie fanden es die Veranstalter und Organisatoren? „Ausgesprochen gut, eine sensationelle Vielfalt, das schönste Fest in den letzten Jahren.“ Selten sei man von so vielen Leuten aus Dankbarkeit umarmt worden. Man habe nur super zufriedene Besucher, super zufriedene Aussteller und super zufriedene Künstler getroffen.

Kritik habe man nicht gehört. Aber es gab sie: Das Fest würde langsam seinen besonderen Charakter einbüßen und zum austauschbaren Stadtfest werden, lautet eine Befürchtung. Denn das Programm habe im Vergleich zu den Vorjahren an Niveau verloren. Stattdessen setze eine spürbare Kommerzialisierung ein. Es gab in der Tat keine Walking-Acts mehr, kein Salzfestspiel, keinen Krodo-Wettkampf und weniger Lichter. Dafür viele, viele Buden und viele, viele Sponsorenbanner.

Gegen diese Kritik wehrt sich Bewersdorf vehement. Beispiel Kommerz: Natürlich müsse man Sponsoren suchen. Denn es gebe weniger Geld, da sei man aber abhängig vom Rat, sagt Bewersdorf. Aber wenn man kommerziell denken würde, hätte man die Standgebühren erhöht. Und das Wort Niveauverlust hören Bewersdorf und Herrmann gar nicht gern. Wenn überhaupt, dann könne man von einem Verlust an Facettenreichtum gegenüber dem vergangenen Jahr sprechen, so Bewersdorf, da habe man allerdings auch ein besonders sensationelles Programm gehabt. Aber ansonsten sei man mit dem Fest immer noch über dem Niveau, auf dem es Maik Herrmann vor fünf Jahren übernommen habe.

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Kommentare

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harzfreund schrieb am 23.08.2010 07:40

"von so vielen Leuten aus Dankbarkeit umarmt" :-D bisschen dick aufgetragen, oder? Ohne Kommerz geht es zwar wirklich nicht, denn so eine Veranstaltung muss sich eben auch rechnen. Dennoch sind es zu viele und zu austauschbare Buden. Weniger ist an dieser Stelle oft mehr. Das typische Flair gibt es nicht mehr. Die Darbietungen, die dieses Fest mal ausgemacht haben, sind verschwunden. Ein Blick zum legendären Vienenburger Seefest zeigt, wo die Reise hingeht. Ich kann mich nur wiederholen: An dieser Stelle jammern, es sei kein Geld da, aber z.B. dem Rennverein das Geld hinterherschmeissen. Standgebühren hat man nicht erhöht, deshalb zählt das Argument nicht, man sei kommerziell. a) Standgebühren sind schon am oberen Limit b) warum nicht? Die "grosse" Politik macht es ja vor: keine Ahnung - kein Konzept und dann den Bürger (nennen wir ihn Zahler) ausquetschen.

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YetiF schrieb am 23.08.2010 09:48

Diskussion über "Niveau" finde ich immer sehr interessant, weil es ja kaum etwas gibt was relativer ist. Ich persönlich kann mich der Meinung des Veranstalters eigentlich nur anschließen und halte das Fest auch dieses Jahr wieder für sehr gelungen. Und wenn man sieht wie voll es war, kann ich mit meiner Meinung ja nicht ganz alleine da stehen. Und wer unbedingt "Walking Acts" zur Steigerung des Niveaus benötigt... es wird kein Harzfreund davon abgehalten sich ein Kostüm überzuziehen, die Stelzen aus der Garage zu kramen und dann durch die Massen zu schlendern. Für alle die, die's sehen wollen. - Ich brauch's nicht!

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HarzerJung schrieb am 23.08.2010 21:40

Ich habe mich nach langer "Überzeugungsarbeit" meiner Kinder aufgerafft und bin mit ihnen auf dem Lichterfest gewesen und muß sagen, das ich (wir) es nicht bereut haben!So und nicht anders muß ein Fest aussehen,ob nun Lichter oder Stadtfest genannt, da können sich die Goslarer mal eine mächtig, gewaltige Scheibe von abschneiden. Wen die Anzahl der Buden stört,der muß ja net ganz rumgehen ;) Alles Positive hat aber auch immer etwas Negatives und in diesem Falle waren es die "Erwachsenen" Besucher. Meine Kinder konnten sich erst nach einiger Zeit zu den Absperrungen vorarbeiten und wurden immer wieder weggedrängt, weil irgendwelche Idioten anscheinend noch nie ein paar Kerzen gesehen haben und von Rücksichtnahme auf die Kleinen war nichts zu sehen.Traurig sowas......

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fischi123 schrieb am 23.08.2010 21:58

Mir hat es auch gefallen. Für (fast) jeden war was dabei und die Illumination mit den Lichtern war gelungen.

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