Goslar

Gosebier-Start: Die Braustelle auf der Baustelle

14.08.2009

Zwickeln nennen es die Fachleute, wenn der Braumeister eine Probe aus dem Sud der hellen Gose entnimmt und Trübungsgrad, Geruch sowie Geschmack kontrolliert. Blutige Laien würden einfach trinken, vielleicht, vornehmer, genießen dazu sagen.

Zwickeln im Keller

Für Odin Paul aber ist derzeit allein wichtig, wo er zwickelt: Tief unten in einem uralten Keller, in einem gekühlten Raum mit riesigen Kesseln, die Platz für insgesamt 12.000 Liter helle Gose, dunkle Gose und Rammelsberger Pils vorhalten - und alles steht im Brauhaus Goslar, das Paul nach zweieinhalb Jahren Anlaufzeit im September gegenüber dem Rathaus am Goslarer Marktplatz in der ehemaligen Scharteke endlich eröffnen will.

Aber halt: Noch wuseln mehr als ein Dutzend Handwerker im Haus. Elektriker, Maler, Klempner, Parkettleger, Schankanlagenbauer, Kältetechniker und Putzer wirbeln durch die Räume. Mittendrin steht Paul in Latzhose am Kessel, setzt seinen ersten Sud für das Rammelsberger Pils an - quasi die Braustelle auf der Baustelle.

Mittlerweile sind im Erdgeschoss Bar und Restaurant untergebracht, der erste Stock kann Seminare und Veranstaltungen aufnehmen. Inklusive Sommerterrasse finden 300 Menschen Platz, sagt Pauls Gattin Silke und freut sich, denn: "Die ersten Weihnachtsfeiern sind schon gebucht."

Mit fünf Vollzeitkräften und bis zu 15 Aushilfen wollen die Pauls zum "stillen Start" im September loslegen. Ein genaues Datum gibt es auch jetzt noch nicht, aber immerhin: Noch vor Monaten hatte Odin Paul - mit dem ihm eigenen Galgenhumor - auf Fragen zur Eröffnung immer geantwortet: "Im Sommer, aber ich sage nicht, welches Jahr." Jetzt ist der Monat eingekreist, spätestens zum Altstadtfest sollte die Gose laufen - darauf ein Prosit.

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