Das Jahr 2006
Die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland wird zum "Sommermärchen" - dessen Schattenseiten erst viel später aufgedeckt werden. Foto: dpa

Das "Sommermärchen" überstrahlte alles: Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Aber es war beileibe nicht das einzige Ereignis, das bewegte. Weder überregional noch lokal, wo nicht allein die Fußball-WM mitgefeiert wird, es gibt auch Streit um zwei Großprojekte.

Das Sommermärchenjahr beginnt allerdings mit einer Kältewelle im Januar: die Temperaturen sinken bis auf minus 34 Grad.  

Im Frühjahr erregt Problembär Bruno die Bayern und der von Bayern ausgehende Gammelfleisch-Skandal die ganze Republik.

Parallel zum Fußball-Höhenflug bei der Sommermärchen-WM im eigenen Land erfolgt der Anfang vom Ende einer Radsport-Legende: Jan Ulrich wird wegen Dopingverdachts von der Tour de France ausgeschlossen.

Zwei Neuerungen erregen die Deutschen: Die Rechtschreibreform tritt verbindlich in Kraft und nach 50 Jahren kippt das Ladenschlussgesetz.

Happy Birthday, Vienenburg! Eine richtig alte Dame ist Vienenburg spätestens seit August 2006, denn da feiert die damals noch nicht zu Goslar gehörende Stadt ihren 700. Geburtstag. Mit einem besonderen Seefest und einem Festumzug, an dem rund 1500 Menschen teilnehmen, geht ein Wochenende lang die Post ab.

Irritationen um die Pläne der Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe (KTW) Bad Harzburg, die Sole-Therme zu erweitern, beschäftigen im April den Stadtrat in Bad Harzburg. Scharf kritisiert Bürgermeister Abrahms die Absicht als Alleingang der KTW, seine Worten verhallen allerdings im Nichts. Ende des Montags stimmt der Rat den millionenschweren Erweiterungsplänen in einem Eilantrag zu.

Um den Tourismus auf dem Wurmberg voranzutreiben entlässt der Kreistag das Gebiet im Oktober aus dem Naturschutz und ebnet so den Weg für einen Privatinvestor, zwei Skiabfahrten einzurichten und Beschneiungsanlagen anzuschaffen. Es ginge darum, "den Menschen eine Perspektive aufzuzeigen", sagt der Braunlager und SPD-Chef Hans Metje. Die Grünen stimmen gegen die Entlassung des Wurmbergs aus dem Naturschutz.